Geocaching verursacht Bombenalarm in Karlsruhe
29. September 2009
Viele Geocaching-Verstecke spielen mit dem Kitzel des Konspirativen. Die Richtlinien zum Verstecken von Caches (Guidelines) nennen zwar einige Verbote, werden aber im Einzelfall großzügig ausgelegt. Übertretungen führen im günstigen Fall zur Verärgerung einzelner Personen (sowohl Cacher als auch Unbeteiligte), im ungünstigen Fall haben sie ernstere Konsequenzen. So geschehen am 23. September 2009 im Karlsruher Hauptbahnhof, als ein in der belebten Bahnsteigunterführung versteckter Cache einen Bombenalarm auslöste und zur zeitweisen Sperrung des Bahnhofsgebäudes führte.
- Verdächtiger Bahnhofsfund: Ermittlungen dauern an (23.09.2009, ka-news)
- Steckt hinter dem Bahnhofsfund "nur" Geocaching? (24.09.2009, ka-news)
- GPS-Schnitzeljagd verursachte Bombenalarm am Hauptbahnhof (25.09.2009, ka-news)
- Diskussion im "Grünen Forum"
- Dieser Cache war die vermeintliche Bombe
- Polizeieinsätze durch Geocaching (28.09.2009, Pressemeldung der Bundespolizeidirektion Hannover)
Terror-Hysterie oder berechtigte Sorge? Egal: Wer angesichts der angespannten öffentlichen Sicherheitslage Caches an Plätzen wie einem Bahnhof versteckt (und sucht!), darf sich über solche Ereignisse nicht wundern, zumal bei diesem Cache bereits vor längerer Zeit in mehreren Logs darauf hingewiesen wurde, wie wachsam das Sicherheitspersonal im Bahnhof ist, und dass dort keine Caches versteckt werden sollten. Bleibt zu hoffen, dass sich die Konsequenzen für den unvorsichtigen Cacherkollegen in Grenzen halten und der Ruf des Geocaching keinen Schaden nimmt. Andere Cacher haben schnell reagiert und eigene Bahnhofscaches archiviert. Ein Beispiel, das Schule machen sollte.
Das Ereignis in Karlsruhe ist kein Einzelfall. Caches werden öfter für Bomben gehalten, als man meint, wie eine Google-Suche bestätigt. Grund genug, die Verstecke und Behälter der eigenen Caches sorgfältig auszuwählen.
Geocaching verursacht Bombenalarm in Karlsruhe